Kulturzeit bei Johann im Blog. Thema heute die Verfilmung des Hitchhiker’s Guide to the Galaxy.
Adaptionen von Kultvorlagen sind bekannterweise eine heikle Sache, insbesondere wenn der Schöpfer nicht daran beteiligt ist. Da Douglas Adams vor ein paar Jahren verstroben ist, war dies hier leider der Fall. Bereits vor der Veröffentlich des fertigen Machwerks gab es daher auch die zu erwartenden Diskussionen, ob der Film der Vorlage – und darüber hinaus dem Geist von Douglas Adams – gerecht wird. Um meine Antwort vorweg zu nehmen, ja das tut er.
Viele der orthodoxen Anhänger des Guide’s sind ziemlich sauer über die stark veränderte Handlung im Film. Zugegeben, mit dem Buch hat das nicht mehr viel zu tun. Andererseits macht es wenig Sinn auf die schriftliche Vorlage zu beharren, da dieser bereits ein BBC Hörspiel voraus gegangen war, welches wiederum einen völlig anderen Handlungsstrang hatte. Das gleich gilt auch für die BBC Filmserie aus den 80ern. Alle Versionen stammten von Adams, eine reine Lehre des Guide’s gibt es daher nicht.
Andere haben sich über die Besetzung von Ford Prefect mit Mos Def beschwert, was ich wirklich nicht verstehen kann. Im Vergleich zur Besetzung der Ferhsehserie, ist Dante Beze doch um einiges überzeugender, wenn es darum geht nicht aus Guildford zu stammen, sondern von einem kleinen Planten im Beteigeuze-System. Die Rolle des erfahrenen interplanetarischen Anhalters verkörpert er zudem sehr überzeugend durch den vielfältigen Einsatz seines Handtuchs. Das selbe gilt für die Rolle von Zaphod Beeblebrox. Sein Charakter verlangt einfach nach einem amerikanischen Schauspieler.
Weitere Pluspunkte im Film gibt es für die liebevoll im Hintergrund untergebrachten Details aus der Romanvorlage. Da sind unter anderem die "peril-sensitive sunglasses", die sich im Falle von Gefahr sofort schwarz färben, der Doppelsonnenaufgang über Magrethea und natürlich der Pangalaktische Donnergurgler. Für die Nerds aus den 80ern gibt es auch den orginal Marvin Roboter aus der BBC Serie zu sehen.
So weit, so toll. Eine Sache geht aber ganz und gar nicht klar, das ist die Wandlung von Arthur Dent in der zweiten Hälfte des Films. Arthur ist der klassische Anti-Held, wie er im Buch (und auch im Hörspiel und der Fernsehserie) steht. Seine Priotitäten sind eine gute Tasse Tee und nicht zu viel Aufregung. Dass er niemals wirklich Herr der Dinge, bzw. seines Schicksals wird, macht schon der Bademantel deutlich, den er während sämtlicher Reisen durch das Universum trägt. Doch was macht Arthur im Film? Nachdem Trillian von den Vogonen entführt wurde, bricht er zu einer Rettungsmission auf, die auch noch erfolgreich verläuft. Doch es wird noch schlimmer. Klar war Arthur immer in Trillian verknallt, passiert ist jedoch niemals etwas. (Na gut die beiden haben später ein Kind. Das aber auch nur, weil Arthur Sperma spendet, um ein Raumschiffticket zu finanzieren und Trillian zufällig seine Spende bekommt.) Doch leider gilt ja immer noch ‘kein Spielfilm ohne Romanze’. Dementsprechend kommen die beiden in den letzten 60 Sekunden dann auch noch zusammen. Arrgh!
Insgesamt aber lege ich allen ans Herz, den Film zu sehen, egal ob ihr das Buch kennt oder nicht. Meiner Meinung nach gehört der Guide zur Allgemeinbildung, wer nach dem Kino nicht davon überzeugt ist, kann ja die Encyclopaedia Galactica lesen.