Weihnachtszeit ist Familienzeit. Vollzählige Familientreffen werden bei mir ja in letzter Zeit immer leichter. So waren dieses Jahr alle drei Jäckels (eine geborene Fries) über die heiligen Tage in Neunkirchen an der Saar versammelt. Um direkt nochmal Muff Potter zu zitieren: "… und du fragst dich, was hab ich außer meiner Kindheit zum Teufel hier verloren?" Ist zwar ein schöner Satz, trifft allerdings auf diesen Besuch überhaupt nicht zu. Auch wenn ich Weihnachten auf den Tod nicht abkann, waren es ein paar wunderschöne Tage. In erster Linie ist das der Verdienst von Oma und Hans. Weiterhin haben dazu folgende Highlights beigetragen, von denen nun kurz berichtet sei:
1.) Geschichtsstunde in Saarbrücken.
Aus dem Saarland hätte doch tatsächlich mal was anderes werden können als eine der strukturschwächsten Regionen in der BRD. Dummerweise haben sich die versammelten SaarländerInnen beim Plebiszit zum Saarstatut 1955 für das Falsche entschieden. Bereits 20 Jahre vorher wollten sie ja umbedingt wieder "heim ins Reich". In den Fünfziger wurde dann die Chance, zum politischen Zentrum der gerade entstehenden Europäischen Union zu werden, vertan. Dumm gelaufen. In Saarbrücken gibt es zum Verlauf des Plebiszits ein wirklich gute Ausstellung, welche ein wenig Licht in die recht komplizierte Situation im Saarland zu dieser Zeit bringt. Das Museum liegt am "Platz des unsichtbaren Mahnmals". Weiter unten gibt’s ein Foto, auf dem Hans sich nach eben diesem vergeblich umsieht.
2.) Hooters in Neunkirchen
Auch wenn’s nicht zum europäischen Regierungsitz gerreicht hat, hat das Saarland, bzw. Neunkirchen auch heute noch eine Vorreiterrolle in mancher Hinsicht. Vor einigen Wochen hat dort das erste Hooters in Deutschland eröffnet. Das Restaurant in Neunkirchen soll einerseits die Saarländer anlocken, andererseits setzt man auf die Exil-Amerikaner in der nahe gelegenen Airbase in Ramstein. Da es meiner Oma ein Herzenswunsch war, dass sich ihr Enkel die neue Attraktion in der Stadt mal live anschaut – und auch wirklich nur deshalb – hab ich heute dort Kaffee & Käsekuchen verzehrt. Tja, was soll ich sagen? Einmal und nie wieder. Das Foto von mir und den Hooters Girls spricht wohl Bände. Eingentlich wollte ich ja furchtbar ernst und systemkritisch darauf aussehen. Hat wohl nicht ganz geklappt.
Dazu gibt’s noch ein Foto von mir vor meinem Namensstein an der Neunkircher Hütte. Die 100 Mark die der gekostet hat sind laut Angaben meiner Oma an die Franz Beckenbauer Stiftung geflossen. Zack, wieder ein paar Gummipunkte für’s soziale Gewissen. Zu guter letzt noch ein Bild meiner Oma bei ihrem wohlverdienten Bier am ersten Weihnachtsfeier Tag.
Wenn das nächstes Jahr wieder so lustig wird,
fange ich am Ende noch an,
mich auf Weihnachten zu freuen.