An die:
Deutsche Bahn AG
Geschäftsbereich Fernverkehr
Regionalbereich West
Kundenbetreuung
Goldgasse 2
50668 Köln
Verehrte Damen und Herren,
Ihren Kollegen und Zugbegleiter Herrn Härter habe ich am 10.3.2006 im ICE 10 zwischen Frankfurt Flughafen Fernbahnhof und Köln Hbf kennen gelernt. Pflichtgemäß bemerkte Herr Härter, dass mein Fahrschein bereits von einem anderen Kollegen entwertet worden war. Dennoch schien der Aufdruck des Entwerters Ihn zu verwirren. Um dieses Verwirrung zu beseitigen, unterrichtete ich Herrn Härter von den folgenden Ereignissen:
Am heutigen Tag trat ich eine Reise von Darmstadt nach Münster an. Nach einen Zwischenstopp in Frankfurt Hbf nahm ich den ICE 28 um 15:44 in Richtung Frankfurt Flughafen Fernbahnhof, um dort in den ICE 506 nach Dortmund umzusteigen. Durch eine Unaufmerksamkeit bestieg ich jedoch nicht den ICE 506 um 16:09 sondern den ICE 1814 um 16:01, der ebenfalls auf Gleis 6 abfährt. In diesem Zug wurde meine Fahrkarte ordnungsgemäß entwertet. Kurz darauf schlief ich ein und wachte in Köln Hbf wieder auf. Da ich erst in Dortmund Hbf umsteigen wollte, erlaubte ich mir, noch einmal einzunicken. Beim nächsten Halt des Zuges war ich mehr als überrascht, anstatt Dortmund Hbf die Anzeige Frankfurt Flughafen Fernbahnhof zu lesen. Da ich eben nicht den ICE 506 bestiegen hatte sondern den ICE 1814 hatte ich verpasst, dass dieser Zug in Köln die Richtung geändert hatte und nun auf dem Weg nach Stuttgart war (ICE 1821). Nachdem ich meinen ursprünglichen Fehler erkannt hatte, suchte ich mir die nächste Verbindung über Köln nach Münster und stieg um 18:17 in den ICE 10.
Nachdem ich Herrn Härter diesen Sachverhalt so dargelegt hatte, bat ich ihn, meinen Fehler zu entschuldigen und meinen Fahrschein bis Köln zu akzeptieren. Herr Härter entgegnete mir, “die Deutsche Bahn AG sei ein Wirtschaftsunternehmen und er könne mich nicht umsonst fahren lassen”. Für die Strecke Frankfurt Flughafen Fernbahnhof – Köln HBF im ICE 10 berechnete mir Herr Härter 43,75€ für die einfache Fahrt zweiter Klasse mit einer Bahncard 25.
Zunächst möchte ich Ihnen zu so pflichtbewussten und korrekten Mitarbeitern wir Herrn Härter gratulieren. Durch seine Unnachgiebigkeit hat er die Wirtschaftlichkeit der Deutschen Bahn AG langfristig gesichert und ihre Wettbewerbsfähigkeit sowohl im bundesdeutschen, als aus internationalen Markt nachhaltig ausgebaut.
Ernsthaft enttäuscht bin ich hingegen von Herrn Härters und ihren Kollegen die den ICE 1821 von Köln HBF nach Frankfurt Flughafen Fernbahnhof betreuen. Es mag noch verständlich sein, dass keiner dieser Kollegen bemerkte, dass ich die Richtungsänderung des Zuges verschlafen habe. Nicht nur unverständlich, sondern gerade zu unverantwortlich erscheint mir jedoch die Tatsache, dass auf der Fahrt von Köln Hbf nach Frankfurt Flughafen Fernbahnhof mein Fahrausweis nicht kontrolliert wurde. Eine Kontrolle hätte ergeben, dass ich für diesen Streckenabschnitt keine Fahrschein besaß. Auch wenn dies von mir unbeabsichtigt gewesen sein mag, hätte ich – wie mir später durch Herrn Härter klar deutlich gemacht wurde – auch für diese Leistung der Deutschen Bahn AG ein entsprechendes Beförderungsentgeld an Ihre Kollegen im ICE 1821 entrichten müssen.
Um die wettbewerbliche Position der Deutschen Bahn AG nicht zu gefährden, rate ich Ihnen, diese Mitarbeiter zu identifizieren und die entsprechenden Konsequenzen einzuleiten. Gäbe es nicht pflichtbewusste Mitarbeiter wie Herrn Härter, würde ich der Deutschen Bahn AG wohl meine Kundentreue versagen.
Mit freundlichen Grüßen.
Johann Jäckel
Anlagen:
Kopien der Orginalbelege