Archiv für November 2006

Mia vs. Sido und überhaupt

Samstag, 25. November 2006
Da es mir in letzter Zeit ein wenig an Output mangelt, übernehme ich heute eine Diskussione aus einem Unterforum meiner Seite an diese Stelle. Das Thema ist nicht mehr das aller aktuellste, scheinbar aber immer noch in verschiedener Hinsicht konfliktträchtig. Seht selbst:

  1. Tux Says:
    November 24th, 2006 at 11:30 am e

    hat jemand eigentlich das aktuellew mia-album?

  2. basti Says:
    November 24th, 2006 at 4:07 pm e

    jetzt kommt der tux wieder mit so spaltenden beiträgen. auch wenn’s streit gibt. aber über schlagermusik wollen wir doch bitte nicht sprechen…

  3. duisburger Says:
    November 24th, 2006 at 7:01 pm e

    um dem ganzen mal ein bischen pep zu geben:

    http://www.mia-ist-uebel.tk/

    unter den links gibt es auch folgenden artikel:

    http://phase2.nadir.org/rechts.php?artikel=247&print=

    kurzer auszug:

    Das popkulturelle Deutschland fährt völkisches Geschütz auf

    Dass Popkultur in Deutschland nicht anders strukturiert ist als der gesellschaftliche Mainstream, verdeutlichten nicht erst Mia mit ihrer .sexy. Hommage an die Berliner Republik. Popkultur zeichnet gesellschaftliche Diskurse um Volk, Heimat und Nation nach und spiegelt dabei ebenso die verschiedene Nationalismen in Deutschland wider. Besangen Mia noch ein besseres neues Deutschland, so beschwören nun Peter Heppner und Paul van Dyk mit “Wir sind Wir” die völkische Einheit Deutschlands. Wurde vor lauter “Unverkrampftheit gegenüber der eigenen Nation” alle Selbstbeschränkung in Punkto Nationalismus aufgegeben?

    –> die deabtte ist eröffnet, das hauen und stechen kann losgehen ;-) .

  4. Patrick mit T. Says:
    November 24th, 2006 at 7:18 pm e

    Politik-links-rechts-national-Gesülze hin oder her, der schwerwiegendere Vorwurf wurde vom Basti schon treffend gemacht. Dann doch lieber britisch. Mit Paul Weller. Nach “The Jam”.

  5. Tux Says:
    November 24th, 2006 at 8:21 pm e

    ich will doch nur das mia album…

    Aber da wir schon mal beim thema sind, das ist mal wieder das typisch linke phänomen auf die eigenen leute am härtesten draufzukloppen. ich kann mich an zeiten erinnern, wo zwei besonders weg-mit-den-nationen-linken voll begeistert von sido gesprochen haben. und die mucke lief auch bei diversen treffen. und anhand des zielpublikums und der herkunft (die er ja besonders hervorhebt “mein block”) wage ich mal zu behaupten das die texte wesentlich aggressiver und unreflektierter sind als bei mia. ganz zu schweigen was für künstler sonst noch unter dem label auftreten, die sich alles andere als antideutsch geben.
    aber es scheint so das prolls zu hören wiederum “cool” ist, hingegen die toleranz gegenüber sachlicheren künstlern gegen null tendiert. jaja, das leben als antideutscher ist nicht immer leicht, am leichtesten gehts dann eben nach der george w bush methode es, gibt nur schwarz und weiß

    …hat den keiner da album??

    ps: und lasst mir ja den paul in ruhe!!!

  6. Patrick mit T. Says:
    November 24th, 2006 at 9:16 pm e

    Puh, das Fass das hier geöffnet werden soll ist ein verdammt grosses. Die Frage nach Kunst (Musik) und der Aussage (Künstlerperspektive) und der entsprechenden (Un-?)Trennbarkeit. Obendrauf direkt mal die Geschmacksfrage. Es wird direkt mit Äpfeln und Birnen geworfen (Sido???). Wir müssen ganz unten anfangen. Eigentlich einen öffentlichen Thread wert, Blogmeister.

  7. basti Says:
    November 25th, 2006 at 1:22 am e

    Ähem. Um die Sache mal kurz auf den Punkt zu bringen (und das vollkommen abseits jechlicher links-rechts-Orientierung):

    Mia. machen Schlagermusik. Das nicht einmal besonders gut. Sido macht Hip Hop (Schilderung gegebener gesellschaftlicher Verhältnisse unter Ausschöpfung der persönlichen musikalischen und lyrischen Begabung). Hip Hop ist und war schon immer sozialkritisch. Ohne geht nicht. Sido hat das auf seinem ersten Album wie ich finde recht clever arrangiert. Wer das nicht raushört hört nicht hin. Was Sidos Label-Mates so machen ist mir schlicht scheißegal. Meinetwegen Deutschrap. Deutschrap ist auch egal und geht vorbei.

    Mia. machen Schlagermusik. Das Album hat niemand.

    Kann man sonst kaufen.

  8. Tux Says:
    November 25th, 2006 at 1:56 am e

    das mag aus eurer beider sicht ok sein, hip hop nicht mit schlagermusik usw. zu vergleichen. sehe ich auch ein. nicht aber bei den noch fehlenden anderen beiden. deren kritikpunkt an mia ist klar ihr politisches statement. und da wird mit zweierlei maß gemessen. und bei der angesetzten kritik kann man bei sido auch nicht mehr mit der künstlerperspektive kommen. sonst könnte ja jeder seine kranken gedanken unter dem deckmantel künstlerperspektive verkaufen (z.b. stlörkraft. was jetztnicht heißt das störkraft und sido gleichzusetzen sind.

    übrigens habe gehört das mia sich jetzt mietze nennt.

  9. basti Says:
    November 25th, 2006 at 9:19 am e

    die nervige olle heißt mietze.

Das ist der Stand der Dinge bisher. Früher oder später melde ich mich wohl auch nochmal zu Wort…

Indymedia braucht Eure Hilfe!

Montag, 20. November 2006
Das weltweite indymedia-Netzwerk läuft Gefahr, bald in eine ernste technische Krise zu schlittern. Die beiden wichtigsten Mirror-Server, die täglich hunderttausende von indymedia-Artikeln an die AktivistInnen in aller Welt ausliefern, werden bald nicht mehr zum Verteilen von indymedia-Inhalten zur Verfügung stehen. Das deutsche IMC ist netzwerkweit eine der am stärksten genutzten Webseiten. Mit ihren schnellen DSL-Anschlüssen rufen NutzerInnen aus Deutschland monatlich mehrere hundert Gigabyte von den Mirrorservern ab. Ein großer Teil davon entfällt auf Filme und Audioclips. Bedauerlicherweise steht auch der Medienserver in dem Rechenzentrum, das schon bald vom Netz gehen wird.
Die technische Infrastruktur des indymedia-Netzwerkes besteht aus mehreren Dutzend einzelner Servern, die von lokalen indy-Gruppen, alternativen Technologie-Cooperativen oder einzelnen Medienaktivisten betrieben werden. Teilweise werden sie gemeinsam mit anderen Initiativen genutzt. Die meisten dieser Server sind, verglichen mit den beiden Mirror-Servern, die jetzt ausfallen, eher klein und über langsame Leitungen an das Internet angebunden.

Die beiden Mirror-Server, die jetzt vom Netz gehen waren 2 der wichtigsten Knoten in diesem Netzwerk. Gelingt es nicht, sie umgehend zu ersetzen, ist nicht sicher, ob die Indymedia-Inhalte auch weiterhin ihre LeserInnen erreichen.

Die deutschen MedienaktivistInnen sind jetzt doppelt in der Verantwortung, zum einen verbrauchen sie einen großen Teil der vorhandenen Übertragungskapazität, zum anderen verfügen sie über mehr eigene Ressourcen als ihre KollegInnen im globalen Süden.

Bisher wurden die benötigten Kapazitäten nahezu kostenlos zur Verfügung gestellt. Jahrelang haben einzelne Enthusiasten und lokale Gruppen so zum Aufbau des globalen Indymedia-Netzwerkes beigetragen. Jetzt haben sich deren Prioritäten verlagert, das Netzwerk wird die eigene Infrastruktur zukünftig selbst tragen müssen.

Konkret müssen in den nächsten Monaten mindestens 2 leistungsfähige Mirror-Server mit schneller Internet-Anbindung finanziert und eingerichtet werden. Doch auch gebraucht kosten solche Server mindestens 800 bis 1000 Euro. Die monatliche Versorgung mit Netz, Strom, Kühlung, Reperaturen und so weiter schlägt schnell noch mal mit 100 Euro / Monat oder mehr zu Buche. Spenden, auch regelmäßige in Form von Daueraufträgen, werden also dringend benötigt!

Natürlich sind die IMC-TechnikerInnen weltweit bemüht, vorhandene Infrastruktur mit zu nutzen oder für Indymedia nutzbar zu machen. Vorschläge für Kooperationen sind deswegen jederzeit herzlich willkommen.

Willst du diesbezüglich mit dem Kollektiv von Indymedia Deutschland Kontakt aufnehmen, schreibe doch eine Email an folgende Adresse: imc-germany-kontakt@lists.indymedia.org

Spendenkonto:

Empfänger: Netzwerk Selbsthilfe e.V.
Bank für Sozialwirtschaft
KontoNr.: 302 98 03
Bankleitzahl: 100 205 00
Stichwort: Indymedia (global server)

Tatort Münster

Samstag, 11. November 2006

Morgen ist es wieder soweit: Erstaustrahlung des neuen Münster Tatorts. Schlage das Raketencafe vor.

your studio and you

Montag, 6. November 2006
When Edgar Bronfman Jr. gained ownership of Universal Studios he got into some odd marketing campaign practices. One of which is this rare, employee orientation video, that enlightened people about how things were going to change under new management. It was comissioned to be written and directed by Matt Stone and Trey Parker (creators of South Park). Well, Jr. didn’t like it, so they scrapped it. Have a look.

Konzertreview

Donnerstag, 2. November 2006
Gestern Abend habe ich ein kleines aber absolut feines Konzert besucht: Bob Corn @ Club Courage. Angekündigt als italienischer Singer/Songerwriter unter dem Motto: “Doofer Name, gute Musik” erwies sich Tiziano als Punk-Pate mit einer Wagenladung voll Charme inklusive Hüsker Dü und Lenoard Cohen Coversongs im Gepäck.

Um die Stimmung des Konzerts zu verdeutlichen folgende Ansage zwischen zwei Stücken (Anmerkung der Redaktion: “position” meint hier die Lage für dem Griffbrett der Gitarre, oder auch einfach nur Akkord):

“About this song … I like it very much and I’m very happy …. to have made it … because it has just one position … just like the next song … but different one.”

Wer kann da noch widerstehen?

Ein Album demnächst im kgb.