Archiv für Februar 2008

power napping

Montag, 25. Februar 2008

Und der…

Sonntag, 24. Februar 2008
Heute Nacht ist Oskar-Nacht. Kurz vor spät lasse ich mich noch auf eine Prognose ein. Nominert für bester Film dieses Jahr:..
  • Atonement
  • Juno
  • Michael Clayton
  • No Country for Old Men
  • There Will Be Blood

Zwar hab ich nur 2 von den Filmen gesehen, trotzdem wette ich einen Kaffee mit Milch und ohne Zucker – sprich $1 – auf There Will Be Blood.

Warum? Einfach will der Film alles hat, was zu einem Great American Movie dazugehört. Wilden Westen, Familienwerte, durchgeknallte Christen, einen famosen Hauptdarsteller mit Schnäuzer und Cowboy-Hut, Unternehmergeist und alles hat irgendwie mit Öl zu tun.

Das wäre dann mein Tip. Mir wurde gesagt meine Begründung wäre stark euro-zentristisch. Wollen wir doch mal sehen, wer Recht behält.

Wahlkampf Pop

Samstag, 23. Februar 2008

Lesenswertes im Beatpunk-Blog.

Die VKK ist in der Ivy League angekommen

Freitag, 15. Februar 2008
Heute Abend fand bei uns in der Uni die Robert Heilbroner Memorial Lecture statt. Geladen war Stephen A. Marglin, seines Zeichens eine große Nase in Harvard. Da ich immer noch an den kritischen Charakter der New School glaube, hab ich mich auf eine spannende Vorlesung gefreut. Aber nix da!

Marglin sprach dazu wie "How thinking like an economist undermines one’s sense of community". Nicht die neuste Idee und auch die Argumente dafür kennt mittlerweile so ziemlich jeder. Doch es ging noch weiter, Marglin nahm das ganze zum Anlass seine "Kapitalismuskritik" zu präsentieren. Zwei Begriffe sind darin zentral: Zum einen Community. Auf Deutsch wohl Gemeinschaft, wobei der Ausdruck im US-amerikanischen Sprachraum so gut wie ausschließlich positiv besetzt ist. Communities sind hier Orte des Gebens und Nehmens. Zum zweiten Balance. Nett einen Ökonomen mal nicht über Equilibrium reden zu hören, allerdings lassen sich beide Begriffe leicht als Gleichgewicht ins Deutsche übersetzen.

Marglins These ist nun, dass eine ganze Menge Dinge out of balance sind. Insbesondere die Methodik der Wirtschaftswissenschaften. Irgendwie, wie ist nicht klar, hat das dazu geführt, dass auch das Verhältnis zwischen Marktwirtschaft und Communities nicht mehr in der Balance ist. Fazit, zuviel Nutzenmaximierungs-Analyse und insbesondere zu viel Markt.
 
Ich fand es mehr als befremdlich und hab in erster Linie versucht zu verstehen, was Marglin denn mit seinen beiden Kernkonzepten eigentlich meint. Wann nun etwas in Balance ist und warum es außer Balance geraten kann, dazu gab’s kein Wort. In Sachen Community gab’s genau ein Beispiel: Amish People. Da wurde mir langsam mulmig zu Mute. Weiter gings mit der guten alten Nachkriegszeit in der das Verhältnis von Durchschnittslohn und Managergehalt noch bei 1:25 war, heute 1:250. Klar, völliger aus der Balance geraten. Und überhaupt war ja früher alles besser, zumindest insofern, als die Gemeinschaften noch in Takt waren.

Damit bin ich bei meinem Resume des Vortrag: Verkürzte Kapitalismuskritik (VKK, Ökonomen stehen auf Abkürzungen). Und zwar nicht von irgendeinem Loony-Lefty, sonderen straight out of Harvard. Zwischen jeder Zeile des Vortrags stand, dass irgendwas, oder vielleicht auch irgendwer, klar daran Schuld ist, dass ein morlisch wertvolles Zusammenleben der Menschen verhindert wird. Man muss nicht in der Geschichte der Kapitalismuskritk promovieren, um sich an 12 Jahre, die tausend hätten sein sollen, erinnert zu fühlen.

Ja ja, ich schwinge schon wieder die Faschismuskeule. Aber keine Sorge, ich war besonnen genug, den ehrwürdigen Professor nicht vor dem ganzen Economics Department einen Fascho zu schimpfen. Ganz bescheiden hab ich mich damit begüngt, zu fragen, was er denn mit Balance und Community meint. Die Nicht-Antwort darauf gibt mir Grund genug zu glauben, dass ich entweder den Nagel auf den Kopf oder nur meinen eigenen Daumen getroffen habe. So oder so, nun hab ich mich lange genug zum Helden der Kritik stilisiert und mich auch wieder abgeregt.

The proof of the pudding is in the eating?

Donnerstag, 14. Februar 2008

Dieses Semester habe ich großen Spaß in meinem Seminar mit dem Namen "Economic Methodology". Anders als zu erwarten, machen wir keine Methodenlehre sondern stellen uns tiefsinnige Fragen. Wie schaffen sich die Wirtschaftswissenschaften überhaupt ihr Wissen über die Wirtschaft? Und warum machen die das eigentlich so und nicht anders?

Ohne jetzt groß über den Zusammenhang von Theorie und Praxis zu philosophieren, ich denke wer schon mal das Gefühl einer zunehmende "Ökonomisierung" der Gesellschaft hatte, verschwendet keine Zeit bei der Beschäftigung mit ökonomischer Methodik.

Es scheint, was für die Gesellschaft gilt, hat auch Bestand in der Wissenschaft. (Was für eine Überraschung!) Seit einiger Zeit, ich würde sagen spätestens seit dem Methodenstreit, sind einige Leute in den Sozialwissenschaften arg verärgert von der Verbreitung und der Dominanz ökonomischer Methoden. Bevorzugter Sündenbock in dieser Kritik war und ist der Knobelpreisträger Gary S. Becker. Eben dieser hat sich auch selbst als "ökonomischer Imperialist" identifiziert.

Wer jetzt noch nicht gelangweilt ist, sei auf ein Paper einer meiner Profs verwiesen: The New Social Science Imperialism and the Problem of Knowledge in Contemporary Economics. Ich finde das Paper insofern besonders lesenswert, als dass es nicht wie viele "anti-imp" Kritiken der Wirtschaftswissenschaften alles in Topf wirft und kräftig umrührt. Stattdessen wird hier argumentiert, dass zwei Phasen im "ökonomischen Imperialismus" zu unterscheiden sind. Beiden ist zu eigen, dass sie auf einer spezifischen Methodologie basieren, welche letztlich zum Einfallstor/Trojaner/etc. in die Sozialwissenschaften wird.

In der ersten Phase war das die Annahme vom rationalen Akteurshandeln (besser als Nutzenmaximierungsprinzip bezeichnet). Becker, siehe oben, ist es zu verdanken, dass damit einfach alles erklärt werden kann. In der zweiten, aktuellen Phase ist Hypothesenbildung und Deduktion nicht mehr angesagt, vielmehr wissen die Wirtschaftswissenschaften durch ihre empirischen Methoden zu beeindrucken. Will sagen, wie lange dauert es noch, bis die armen Soziologiestudis Pflichveranstaltungen in OLS Regressionsanalyse belegen müssen?

Ihr seht schon, mir macht das Seminar so viel Spaß, dass ich direkt nochmal soviel schreiben könnte. Freue mich über zahlreiche Kommentare all meiner sozialwissenschaftlich hochqualifizierten Freunde. Bosco und Markus sind qua Profession zu Äußerungen verpflichtet. Und allen anderen mögen bitte auch was schreiben.